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Notizen aus dem Homeoffice #1

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Seit mittlerweile gut einem Monat ist das FID-Team nun im Homeoffice und es ist noch nicht einen Tag so etwas wie Langeweile aufgekommen. Ganz im Gegenteil!

In den vergangenen Wochen haben wir es leider kaum geschafft, das FID Benelux-Blog im üblichen Umfang mit neuen Beiträgen zu füllen. Dies nicht, weil es nichts zu berichten gäbe – es gibt coronabedingt mehr als genug an interessanten Entwicklungen im Bereich digitaler Forschung und Lehre, die wir so gut es geht verfolgen −, sondern weil uns über weite Strecken einfach die Zeit dafür fehlte. Dies versuchen wir jetzt ein wenig nachzuholen.

Im Homeoffice arbeiten wir kontinuierlich weiter an all unseren Services und Teilprojekten und bedienen darüber hinaus situationsbedingte Ad-hoc-Wünsche soweit es machbar ist. Dankenswerter Weise können wir dafür auf eine sehr gute technische Infrastruktur und die Expertise unserer IT-Abteilung zurückgreifen, die uns vieles ermöglicht, was andernorts oft nicht so nahtlos umzusetzen ist. Dennoch gibt es jeden Tag viele unvorhersehbare organisatorische Herausforderungen und technische Hürden, die es zu umschiffen gilt. Täglich organisieren wir die Arbeitsabläufe in der Bibliothek neu, um aktuelle Maßnahmen zu berücksichtigen und mit schöner Regelmäßigkeit arbeiten wir uns in neue Systeme ein, um den internen und externen Kommunikationsfluss in Gang zu halten. Gerade Letzteres hat unsere Arbeit in mehrfacher Hinsicht bereichert und von vielen Tools, mit denen wir in der letzten Zeit experimentiert haben, werden wir sicherlich auch in Zukunft profitieren. Doch durch das ständige Einarbeiten in neue technische Umgebungen geraten auf der anderen Seite eben leider auch viele Dinge ins Stocken, die uns unter normalen Bedingungen schneller von der Hand gehen würden. Dies dürften viele von Ihnen momentan ähnlich erleben wie wir.

Unsere Twitterpräsenz @FIDBenelux ist derzeit sehr viel näher am aktuellen Zeitgeschehen als unser Blog. Hier schaffen wir es in der Regel fast täglich, die interessantesten Meldungen für die Beneluxforschung aus unserer Timeline herauszufiltern und zu teilen.

Die aktuelle Situation hat viel kreatives Potenzial freigesetzt und das nicht nur, aber auch im Wissenschaftsbereich. Gerne präsentieren wir hier nun eine kleine Auswahl spannender, aus der Coronakrise heraus entstandener, digitaler Initiativen aus den Beneluxländern:

  • Die „Quarantaine Colleges“ sind eine spontane Initiative von Prof. Dr. Marc van Oostendorp in Zusammenarbeit mit der Universiteit van Nederland. Hier bieten Dozent*innen niederländischer Hochschulen von zu Hause aus Video-Seminare zu den unterschiedlichsten Themen an (darunter u.a. auch viele auf dem Gebiet der niederländischen Sprachwissenschaft). Inzwischen sind bereits rund 50 Quarantaine Colleges zusammengekommen. Eine Übersicht aller Videos ist bei YouTube zu finden.
  • In Form eines Podcasts liefert „Het verblijf“, ebenfalls eine Initiative von Marc van Oostendorp, seit dem 19. März täglich ein von bekannten Niederlandist*innen oder Autor*innen vorgelesenes Textfragment oder Gedicht aus der niederländischsprachigen Literatur. Redaktion: Johan Oosterman, Iris van Erve, Jaap de Jong und Lot Broos.
  • Ton den Boon,  Chefredakteur des umfangreichen niederländischen Wörterbuchs Dikke Van Dale, pflegt in seinem Weblog Taalbank ein Corona-Wörterbuch der niederländischen Sprache, das schon jetzt einen ansehnlichen Umfang aufweist.
  • Das Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) hat die dreisprachige Online-Plattform „Covid-19 Erinnerungen“ ins Leben gerufen, auf der Geschichte in ihrer Entstehung dokumentiert wird. Die Plattform eröffnet allen in Luxemburg lebenden oder arbeitenden Menschen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen und für zukünftige Generationen aufzubewahren. Jede/r kann hier Fotos, Videos oder Texte  hochladen, um zu aufzuzeigen, wie die Pandemie das Leben verändert hat.
  • Die Mitglieder der in Gent ansässigen Koninklijke Academie voor Nederlandse Taal en Letteren (KANTL) melden sich mit kurzen Videosequenzen auf dem KANTL-YouTube-Kanal aus der Quarantäne und stellen u.a. die Bücher, die sie gerade lesen, vor.
  • Die Königliche Bibliothek in Den Haag gibt zurzeit wöchentlich die Coronakrant mit kulturellen Nachrichten heraus. Darüber hinaus hat sie die ThuisBieb-App mit mehr 100 E-Books, die bis zum 1. Juni auch für Nicht-Bibliotheksmitglieder frei zugänglich sind, im Angebot.
  • Unbedingt ansehenswert sind auch die Ergebnisse der Quarantänekunst-Bewegung „Tussen kunst en quarantaine“, die spontan auf Instagram entstand und sich seitdem rasant verbreitete in den sozialen Medien. Hier stellen Menschen auf einfallsreiche und oft sehr witzige Art große Kunst mit Alltagsgegenständen nach; siehe z.B. auch auf Twitter und Facebook.

Sollte Sie im Lockdown also die große Langeweile überkommen, gibt es einiges zu lesen, zu hören und anzusehen und wenn das nicht reicht, können Sie sich immer noch selber als Kunstwerk inszenieren …

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